Von Rennfahrern für Rennfahrer: Die Geschichte des VP Racing Öls
Niemand fragt gezielt nach einem Öl. Die Kunden kommen mit einem Motor – einer Flachstößel-Nockenwelle, einem aggressiven Ventiltrieb, mehr Last auf den Lagern, als das Öl eines Straßenfahrzeugs je tragen musste – für den eine Flasche aus dem Supermarkt nie gedacht war.
VP hatte diese Frage vier Jahrzehnte lang beim Kraftstoff beantwortet. Öl war der naheliegende nächste Schritt.
Der Marktstart
VP stellte seine Schmierstofflinie im Dezember 2016 auf der PRI-Fachmesse vor und brachte denselben rennerprobten Ansatz mit, den das Unternehmen seit 1975 beim Kraftstoff verfolgt. Anstatt einfach seinen Namen auf eine Formel von der Stange zu setzen, holte VP mit Richard Glady einen 34-jährigen Branchenveteranen der Schmierstoffindustrie als Sales Manager für Schmierstoffe ins Haus. Zudem ging das Unternehmen eine Partnerschaft mit einem spezialisierten Chemie- und Additivhersteller ein und setzte auf synthetische Grundöle, die nach VPs eigenen Anforderungen und strengen Spezifikationen ausgewählt wurden.
Die Überlegung war einfach: Schmierstoffe passten natürlich zu VPs Kernmarkt. Die Kunden, die bereits VP-Kraftstoff in ihre Tanks füllten, bauten Motoren, für deren Schutz Straßenöle nie ausgelegt waren.
Das Problem, das VP lösen wollte
Mit der Verschärfung der Abgasnormen reduzierten handelsübliche Motoröle den Anteil an Zink und Phosphor, der hochbelastete Bauteile schützt. Für Katalysatoren war das eine gute Nachricht, für Rennfahrer und Besitzer klassischer Fahrzeuge mit Flachstößel-Nockenwellen und aggressivem Ventiltrieb dagegen eine schlechte. VPs Antwort bestand darin, diesen Schutz zurückzubringen. Die erste Formel kombinierte einen hohen Zink- und Phosphoranteil für Flachstößel- und Rollennockenwellen mit mehreren Verschleißschutz-Chemien sowie eigens entwickelten Reibungs- und Viskositätsmodifikatoren. Das Ziel ging über den reinen Schutz hinaus: Diese Modifikatoren verringern die Reibung sowohl innerhalb des Öls als auch zwischen Öl und Metall, was die Leistung steigert und gleichzeitig die Betriebstemperatur senkt.
Die technische Philosophie
VP entwickelt seine Pro-Grade-Rennöle nach drei Grundprinzipien:
- Öl, das haftet: VP verwendet ausgewählte Grundöle mit polaren Eigenschaften, die die Haftung des Öls an Metallbauteilen verbessern.
- Mehrschichtiger Schutz: Eine ausgewogene Kombination mehrerer Verschleißschutz-Chemien geht über reines Zink hinaus und haftet an Metalloberflächen, um eine Schutzschicht zu bilden.
- Leistung freisetzen: Reibungsmodifikatoren verringern sowohl die Reibung innerhalb der Flüssigkeit als auch zwischen Öl und bewegtem Metall und helfen so, Leistung und Drehmoment freizusetzen.
Darüber hinaus wird das Öl mit einem leistungsstarken Dispergier- und Detergenspaket versetzt, um Ablagerungen und Oxidation unter Kontrolle zu halten. Wie weit das geht, zeigt das Schwergewicht 15W-50: Es basiert auf vollsynthetischen PAO-Grundölen der Gruppe IV für leistungsstarke, hochdrehende Rennmotoren und enthält rund 2.000 ppm Zink.
Eine Linie für jeden Motorenbau
Der erste Marktstart umfasste Professional-Grade-Öle in 0W-20, 5W-30, 10W-40 und 15W-50 sowie Hi-Performance-Öle für Small-Block-Motoren und den Markt für klassische Fahrzeuge – darunter Street Rods, Muscle Cars und Oldtimer – in 10W-30, 10W-40 und 20W-50. Für Motorenbauer ergänzte VP ein Einlauföl, das konventionelle Grundöle, ZDDP und Moly kombiniert, damit frisch bearbeitete Bauteile sich richtig einlaufen, dazu ein Motoren-Montagefett und ein GL-5-Getriebeöl. Im Bereich Powersports setzen VPs vollsynthetische 4T-Öle auf esterbasierte synthetische Grundöle mit einem fortschrittlichen Additivpaket.
Wofür VP steht
Die Pro-Grade-Linie richtet sich an Menschen, die tatsächlich Rennen fahren: Profis, Halbprofis und ambitionierte Amateure im intensiven Renneinsatz auf der Strecke – laut VP auf dem Prüfstand getestet und auf der Strecke bewährt. Im europäischen FIA Pro Stock setzen nach Angaben von VP drei der erfolgreichsten Fahrer der Kategorie auf beides: VP-Kraftstoff und VP-Pro-Grade-Öl.
Das ist VPs Argument für die Produktreihe: kein Ölhersteller, der sich entschieden hat, den Motorsport zu sponsern, sondern ein Rennkraftstoffhersteller, der jahrzehntelang in den Motoren von Champions gearbeitet, deren Anforderungen kennengelernt und daraufhin ein passendes Öl entwickelt hat.
